Samstag, Juli 21, 2007

O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach

Des Glaubens und der Liebe Flehn wird allzeit Gott zu Herzen gehn!

"Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!" (Matth. 8. 8.)

Ein Hauptmann fleht zu Jesu Füßen
Für seinen Knecht, und Jesu Mund
Giebt ihm den Trost, den himmlisch süßen:
"Ich komm' und mache ihn gesund!"
"Nein!" ruf er da - "ein Wort nur sage,
Dann ist mein Knecht der Krankheit los!
Daß Dich Dein Fuß zu mir, Herr, trage,
Ich bin nicht werth ein Glück so groß!"

Und Jesus staunt ob solchem Worte,
Ob solchen Glaubens Kraft und Gluth:
"Zieh' hin zu Deines Hauses Pforte, -
Mit Deinem Knecht steht's wieder gut!
Denn wie Du glaubst, soll Dir geschehen!" -
Und in derselben Stunde schon
War frei der Knecht von allen Wehen, -
So groß ist frommen Glaubens Lohn!

O Herr, auch meine arme Seele
Ist matt und wund und krankt schon lang',
Ich bin's nicht werth, - weil stets ich fehle! -
Daß ich so hohen Gast empfang'!
Doch sprich ein Wort, - die Schuld wird schwinden,
Die Sünde weicht; ja, mach' gesund
Mein Herz, und laß es Gnade finden,
Thu' reich ihm Dein Erbarmen kund!

Ich glaube mit des Hauptmanns Glauben
So fest an Deine Macht und Huld,
Daß nichts mir soll die Hoffnung rauben,
Ob noch so schwer auch meine Schuld!
In tiefster Reu', in festem Hoffen,
In heißer Lieb' knie' ich vor Dir!
Sprich nur ein Wort, - dann steht mir offen
Der Himmel dort, - Dein Herz schon hier!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)

Freitag, Juli 06, 2007

Jesus im Sakrament

Meine Liebe und mein Leben,
JESUS ist's im Sakrament.
Hat mir ganz das Herz genommen
Daß ich nicht genug bekommen
Kann von Seiner süßen Nähe,
Und je mehr ich zu ihm gehe,
Lieb' ich EINEN und sonst KEINEN! -
Meinen Gott im Sakrament!

Mein Verlangen, meine Freude,
JESUS ist es im Altar! -
Ist mein Herz von Schmerz getroffen
Weiß es HIER den HAFEN offen,
Wo es kreuzgedrückten Seelen
Nie an süßem TROST wird fehlen;
Selbst die Leiden werden Freuden
Dort beim ew'gen Licht so klar!

Meine Hilfe, meine Hoffnung,
JESUS ist's im Engelsbrot!
Hab' im Sterben, wie im Leben
Ganz mich Seiner Lieb' ergeben;
Und so hoff' ich voll Vertrauen,
Einst im Himmel Ihn zu schauen
Ihn, den EINEN, den wie KEINEN
TREU ich lieb' bis in den Tod.

Cordula Peregrina (C. Wöhler.) - Mit bischöflicher Approbation

Montag, Mai 14, 2007

Mein Jesus, ich will nichts als Dich


E. Werzinger - Ars sacra

Mein Jesus, ich will nichts als Dich,
Und was Du willst, das will auch ich,
Was Dir gefällt, ist lieb auch mir,
Und alle Welt wie nichts zu Dir.
Du magst mich führen wie Du willst,
Wenn nur den einen Wunsch Du stillst,
Daß nichts im ganzen Leben trennt
Mein Herz von Deinem Sakrament.

Mein Jesus, ich will nichts als Dich,
Was Du mir nimmst - ich beuge mich;
Nimmst Du mein Liebstes - Herr es sei!
Bricht auch das Herz mir, wirds doch frei.
Ja nimm nur alles hin von mir;
Nur Eins - das fleh' ich heiß zu Dir:
O laß mir - laß mir bis ans End'
Die Näh' von Deinem Sakrament!

Mein Jesus, ich will nichts als Dich,
Willst Du mich krank, so wills auch ich,
Willst Du mich arm, ich bin drob froh,
Willst Du mich elend - sei es so;
Willst Du mich ohne Trost und Ruh,
Ich halte still, Herr schlage zu,
Nur bis das Herz vom Leib sich trennt
Laß mir Dein süßes Sakrament!

Mein Jesus, ich will nichts als Dich,
Du selbst bist Heim und Heil für mich,
Bist mehr als Vaterherz und Haus,
Strömst mehr als Mutterliebe aus;
Und was auf Erden ich verlor,
Wie klein, wie nichtig kommts mir vor
Jetzt, wo mein Herz in Liebe brennt
O nur zu Deinem Sakrament.

Mein Jesus, ich will nichts als dich,
Kein Ort, kein Reich hat Reiz für mich,
Kein Glück, kein Gut genüget mir,
Kurz, nichts auf Erden außer Dir;
Und weißt Du, was mein Liebstes wär?
Käm' bald mein letztes Stündlein her,
Daß endlich heim ich gehen könnt'.
Mein letzter Trost - das Sakrament.

Mein Jesus, ich will nichts als Dich,
Zu jedem Opfer rüst ich mich,
Was Du gebietest, will ich tun,
Wo Du mich hinführst, will ich ruhn,
Obs der Natur auch nicht behagt,
Bleib wie Maria Deine Magd;
Nur halt und heb mich bis ans End
Mit Deinem Liebes-Sakrament.

Mein Jesus, ich will nichts als Dich,
Hier und im Himmel ewiglich;
Denn was den Himmel Himmel macht,
Das bist nur Du - nicht seine Pracht.
Herr, Du allein, nur Du allein!
Soll hier und dort mein Wahlspruch sein;
Bis dort ich Dich umfaß ohn' End
Ist hier mein Glück: Dein Sakrament.

Montag, Mai 07, 2007

Die Flucht nach Egypten

Zum Bild: Jul. Frank pinx. - Flucht nach Aegypten. Am Seitenaltar in der Stadtpfarrkirche in Giesing.

Pilger sind wir, die da ziehen
Weinend durch die weite Welt,
In Gefahren, Not und Mühen
Oft uns fast der Mut entfällt;
Möchten zagen wohl und klagen
Ob so schmerzlich hartem Stand,
Statt zu schauen voll Vertauen
Auf zum ew'gen Vaterland!

Was als Pilger wir entbehren,
Dulden, tragen Tag und Nacht, -
O, das haben diese hehren
Drei - ja vor uns durchgemacht!
Ihre Schritte, ihre Tritte
Führen durch der Wüste Sand
Bang' und schaurig, lang' und traurig
In ein fernes, fremdes Land!

Dorthin müssen jetzt sie flüchten
Das so zarte Gotteskind,
Das Herodes zu vernichten
Mit dem Haß der Hölle sinnt!
Welch' ein Fliehen, welch' ein Ziehen
Von der Heimat holden Au'n!
Doch sie tragen ohne Zagen
Fromm ihr Los, voll Gottvertraun'n!

Laßt in allen trüben Stunden
Blicken uns auf diese Drei,
Bis wir Kraft und Trost gefunden,
Was auch uns're Lage sei!
Laßt uns einen alle Peinen
Fromm mit ihrer heil'gen Flucht,
Und erstehen aus den Wehen
Wird uns ew'ge Freudenfrucht!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)

Sonntag, April 29, 2007

Bittruf an Maria die Hilfe der Christen

Maria hilf! - so ruft die Schar
Der Christen heut und immerdar
In gläubig frommem Flehen -
Maria hilf in jeder Not; -
Im Leben Hilf' und Hilf' im Tod
Laß deine Kinder sehen!
Eile, heile uns, die lange
Schon im Drange
Heißer Schmerzen
Fliehn zu deinem Mutterherzen!

Maria hilf, wenn uns die Lust
Der Sünde lockt in eigner Brust,
Wenn schwach das Fleisch wir merken!
Hilf, wenn der Feind von außen naht
Und uns versucht mit bösem Rat
Zu gottverbot'nen Werken!
Neige, zeige dann voll Milde
Dich im Bilde
Unserm Herzen,
Daß wir nie das Heil verscherzen!

Maria hilf, wenn schwach und krank
Wir seufzen in der Schmerzen Drang
Vom Abend bis zum Morgen,
Hilf, wenn im Hause weilt die Not,
Und wir mit Tränen für das Brot
Des Tages müssen sorgen! -
Wende, ende dann die Leiden,
Laß mit Freuden
Es uns sehen,
Daß wir nicht vergebens flehen!

Maria hilf, wenn es geschah,
Daß die uns stehn in Liebe nah,
Gehn auf verkehrten Pfaden,
Wenn sie, die Gott einst Treu gelobt,
Den schlimmsten Schiffbruch schon erprobt,
Verloren Heil und Gnaden!
Gehe, flehe dann am Throne
Bei dem Sohne
Für die Armen,
Bis sein Herz sich muß erbarmen!

Maria hilf in einer Zeit,
Wo tausend Feinde stehn bereit,
Die Kirche zu berauben,
Wo man des Priesters Macht verkennt,
Die Schule von der Kirche trennt,
Der Jugend nimmt den Glauben!
Rühre, führe du die Seelen,
Daß sie wählen
Jene Krone,
Die dem Glauben wird zum Lohne!

Maria hilf ihm, der da führt
Den Hirtenstab, der treu regiert
Jetzt deines Sohnes Herde,
Hilf unserm heil'gen Vater doch,
Daß für die blinde Welt er noch
Ein Licht vom Himmel werde!
Stütze, schütze du sein Leben,
Woll'st ihm geben
Sieg und Segen,
Bis kein Feind ihm mehr entgegen!

Maria hilf, wenn still sich neigt
Der Tag und jene Nacht sich zeigt
In der wir schlafen gehen;
O hilf, wenn unser Auge bricht,
Und wir mit Kindeszuversicht
Zu deiner Milde flehen!
Schenke, senke dann den Frieden
In die müden,
Bangen Herzen, -
Tröst uns du in Todesschmerzen!

Maria hilf, so rufen wir
An jedem Tage auf zu dir
Und wissen uns geborgen,
Weil deine Hilfe immer währt
Und deine Huld sich nimmer kehrt
Von uns in treuen Sorgen!
Droben loben Himmelschöre
Dich - und Ehre
Soll auf Erden,
O Maria hilf, dir werden!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)

Imprimatur, Monachii, die 18. Jan. 1913. + J. Neudecker, Vic. gen.
Druck u. Verl. v. Carl Aug. Seyfried & Comp., München

Donnerstag, März 15, 2007

Sanct Franziskus Xaverius

"Wie schön sind auf den Bergen die Füße dessen, der Frieden verkündet und vom Heile predigt!" (Isaias 52.7.)

Wie schön ist doch der Boten Fuß,
Die Gottes Heils- und Friedensgruß
Der ganzen Welt verkünden.
Und dort, -- wo finst're Nacht es war, --
Durch Wort und Werk das Licht so klar
Des Glaubens hell entzünden! --
Sie werden einst -- den Sternen gleich --
Erstrahlen in des Höchsten Reich!

So ließ einst Sanct Xaverius
Das Vaterland; -- war's sein Entschluß
Doch, Alle zu gewinnen
Für Gott und Seiner Gnade Wort,
Er ruhte nicht, und fort und fort
Trieb ihn die Lieb' von hinnen,
Bis Tausende -- in Jesu Blut --
Er rein wusch durch der Taufe Flut!

Wohl kann ich nicht so Großes tun,
Doch wahre Lieb' mag nimmer ruh'n,
Gilt's, And'rer Heil zu gründen!
So will ich denn -- durch Werk und Wort --
Zu jeder Zeit, an jedem Ort
Die Lieb' vom Herrn entzünden
Und täglich fleh'n -- dem Heil'gen gleich:
"Herr, zu uns komm' Dein göttlich Reich!"

Mit bischöflicher Approbation.

Dienstag, Februar 27, 2007

Das Volk Seiner Wahl

"Und die Heiden sollen erfahren, daß Ich, der Herr, Israel heilige, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte sein wird ewiglich." (Ezech. 37, 28.)

Sie haben erfahren es nah' und fern,
Die Völkerscharen, - als Volk des Herrn
Hat Er erkoren nur eines sich
Und Treu' geschworen ihm ewiglich.

Er hat gereinigt sich Israel,
Sich ihm vereinigt mit Leib und Seel',
In seiner Mitte Er weilt und wohnt,
Und jede Bitte mit Heil Er lohnt.

Er hört den Armen, der fleht um Brot,
Stillt voll Erbarmen des Sünders Not,
Den Kranken heilt er mit milder Hand,
Im Tod erteilt Er des Lebens Pfand.

An Seinem Tische Er treu uns nährt
Und Kraft uns, frische, Sein Leib gewährt,
Sein Blut soll allen ein Heilquell sein;
So oft wir fallen, wird Er verzeih'n.

O Volk der Gnade, o Israel,
All' deine Pfade sind himmelshell,
Volk, das für immer sich satt dort trinkt,
Wo mild der Schimmer des Lichtleins blinkt!

O Dank Ihm sage, Volk Seiner Wahl,
An jedem Tage im Tränental
Bis Der dein Eigen, dein Ruhm schon hier,
Sich ganz wird zeigen dort oben dir!

Cordula Peregrina (C. Wöhler.)
Mit Druckerlaubnis des erzbischöfl. Ordinariats München-Freising. - KJM