Mittwoch, April 30, 2008

Beim göttlichen Gastmahl

"Mit Speise und Freude erfüllte Er uns're Herzen." (Apostg. 14, 16)

Herr, mit Speise und mit Wonne
Füllst die Herzen Du der Deinen,
Lässest Deiner Liebe Sonne
Über sie in Fülle scheinen!

Wär's auch Nacht in ihrem Leben -
Wenn sie zum Altar zur eilen,
Willst Du ihnen alles geben.
Was ihr Herz von Weh mag heilen!

Strömt aus Deines Herzens Wunde
Doch das Blut, das Du vergossen
Einst in Deines Todes Stunde,
Wo's zu aller Heil geflossen!

Und die wahre Himmelsspeise
Bist Du selbst in Brotsgestalten,
Stärkst uns auf der Pilgerreise,
Dass wir Mut und Kraft behalten.

Wohl den Seelen, die da trinken,
Die mit diesem Brot sich laben,
Droben werden ihnen winken
Einst des Himmels beste Gaben!

Und schon jetzt füllt Dein Erbarmen
Sie mit Trost im Weltgefilde,
O wie gut mit uns, den Armen
Ist Dein Herz, das göttlich milde!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)

Mit kirchlicher Druckerlaubnis

"Herz Jesu, Thron der Heiligkeit, und Herz so makelrein, mein Herz von Sündenschuld entweiht, o Jesu mache rein."

Montag, Dezember 31, 2007

Gebet zum gnadenreichen Prager Jesuskindlein

Child Jesus of Prague

"Von seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade über Gnade!" (Joh. 1,16)

O gnadenreiches Jesulein, --
Zu Prag so lang schon thronend. -
Lass froh mich Dir ein Loblied weih'n,
Für alle Huld Dich lohnend,
Die Du an Leib und Seel' mir ja
Erwiesen schon seit Jahren;
Gern möcht' d'rum alle - fern und nah -
Um deinen Thron ich scharen!

O gnadenreiches Jesulein,
Wie groß ist dein Erbarmen;
Stets willst Du Freund und Tröster sein
Den Kranken und den Armen.
In Leibesnot und Seelenleid,
In Angst und Trübsalstunden
Hat Hilf' bei Dir noch jederzeit
Das ärmste Herz gefunden!

O gnadenreiches Jesulein,
Wie hold sind deine Mienen,
Wie ladest Du so lieb uns ein,
Mit Freuden Dir zu dienen!
Die Rechte - uns zu segnen all', --
Scheint freundlich uns zu winken,
Als Herrscher trägst den Erdenball
Du lächelnd in der Linken!

O gnadenreiches Jesulein,
Du König aller Herzen,
Ganz wollen wir dein eigen sein
In Freuden wie in Schmerzen!
O steh' uns bei in jeder Not,
Und enden Leib und Leben, --
Dann, süßes Kind, Du großer Gott,
Woll'st Du dein Reich uns geben!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)

Der König der Ewigkeit

Child Jesus

"Seine Gewalt ist ewige Gewalt, die nicht genommen, und sein Reich ein Reich, das nicht zerstört wird." (Daniel 7,14).

Das ist ein gewaltiger, endloser Krieg
Des Unglaubens gegen den Glauben,
Der Welt gegen Den, der vom Himmel einst stieg,
Dem Satan die Herrschaft zu rauben.
Doch wär' auch die Wut dieser höllischen Brut
Noch größer, - sie muss unterliegen,
Denn Christus regiert, Sein Arm triumphiert,
Wird all' Seine Feinde besiegen.

Sein Reich ist ein stets unzerstörbares Reich,
Nie wird Seine Macht Ihm genommen.
Gewaltig und stark, ist Er Richter zugleich
Der Bösen, und Schutzherr der Frommen.
Mit Gottes Gewalt droht dem Feinde Er Halt,
Sobald Seine Stunde geschlagen,
Und die Ihm widersteh'n, wie die Spreu sie verweh'n,
Die vom Wind in die Luft wird getragen.
O schwört diesem starken, gewaltigen Gott, -
Für uns als ein Kind einst erschienen, -
Schwört ewige Lieb' Ihm und Treu' bis zum Tod,
Und eilt, Ihm von Herzen zu dienen!
Wer hier zu Ihm hält in dem Kampf mit der Welt
Und der Hölle so finstern Gewalten,
Der steht dort Ihm zur Seit' und für ewige Zeit
Wir die Krone des Heil's er erhalten.

Cordula Peregrina (C. Wöhler)

Mit kirchlicher Approbation

Freitag, Dezember 28, 2007

Welch' ein Bild! - der schönste Knabe

"Darum mußte Er in allem Seinen Brüdern gleich werden, damit Er barmherzig würde, um zu versöhnen die Sünden Seines Volkes." (Hebr. 2, 17)

Child Jesus with Mary and AngelsWelch' ein Bild! - der schönste Knabe,
Je von Mutterhand gewiegt,
Gottes größte Gnadengabe
Hier im harten Kripplein liegt!
Kindesschlaf und Kindesschwäche
Teilt der Gott der Ewigkeit
Jetzt mit uns, als ob Er spreche:
"Seht, wie ihr so wert Mir seid!"

Und die Engel sehn'n voll Staunen
Ihres Schöpfers Krippenruh',
Leise sich die Röslein raunen
Kunde von der Rose zu,
Die - aus Jesses Stamm entsprossen
In der hochgeweihten Nacht -
Nun die Menschen zu Genossen
Gottes und der Engel macht!

Wie verklärt von Lieb' und Wonne
Blickt Maria auf den Sohn,
Der des Weltalls Licht und Sonne,
Ihres Herzens Stern und Kron'.
Gott - ein Kind- im Schlummer liegend,
Nur für uns so schwach und klein, -
Welch' ein Bild! - müßt weltbesiegend
Nicht so große Liebe sein!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)
Mit Druckerlaubnis des erzbischöfl. Ordinariats München-Freising

Freitag, August 17, 2007

Das Leben des reinsten Herzens Mariä

"Ich lebe, aber doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir." (Gal. 2, 20).

In Marias reinstem Herzen
Hatt' nur DER Gestalt und Leben,
Dem sie ganz in Leid und Schmerzen,
Wie in Lieb' und Lust ergeben.

Beide waren nie zu scheiden -
Sie und Er - zu keiner Stunde;
Herz und Seel' und Sinn von Beiden
Waren eins im engsten Bunde.

Unter ihrem reinsten Herzen
Wollt' neun Monde still Er weilen,
Bis Er kam, des Lebens Schmerzen -
Mensch wie wir - mit uns zu teilen.

In der hehrsten aller Nächte
Hat sie Ihn der Welt geboren,
Dass dem menschlichen Geschlechte
Rettung werd', wie Er geschworen.

Und am Kreuz hat Seine Schmerzen
Sie zutiefst mit Ihm empfunden;
Er am Leib und sie am Herzen
Bluteten aus tausend Wunden.

Bis zu ihrem Heimfahrtsfeste
Blieb Er ihres Lebens Leben;
Mög' dies Glück, dies allerbeste
Auf ihr Fleh'n auch uns Er geben.

Cordula Peregrina (C. Wöhler.)

Mit bischöflicher Approbation.

Dienstag, Juli 31, 2007

Himmelsbrot will Ich euch geben. Wer Mich ißt, wird ewig leben!

Kommt, ihr Armen, voll Erbarmen
Biet' Ich euch das beste Brot;
Wer es isset, der vergisset
Herzensweh und Hungersnot!
Eilt, ihr Schwachen! stark wird machen
Euch der Wein in meiner Hand,
Nehmt und trinket! reich euch winket
Hier des Lebens Unterpfand!

Hier, ihr Herzen, - die voll Schmerzen
Ihr begangener Schuld gedenkt, -
Ist die Speise, die zur Reise
Wieder Kraft und Mut euch schenkt!
Eure Sünden sollen schwinden
Wie der Schnee im Sonnenschein,
Kehr' mit Gnaden reich beladen
Ich in eurer Seele ein!

Lasst denn schenken zum Gedenken
Euch dies Brot, - Mein Fleisch fürwahr!
Trinkt vom Blute - euch zu gute
Mir entströmt am Kreuzaltar!
Ew'ges Leben wird euch geben
Dieses Brot und dieser Wein,
Und im Sterben zieht als Erben
Meines Reich's zum Mahl ihr ein!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)
Imprimatur. Regensburg, 18. Juli 1900 - Dr. Fr. X. Leitner, Gen.Vic.

Samstag, Juli 21, 2007

O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach

Des Glaubens und der Liebe Flehn wird allzeit Gott zu Herzen gehn!

"Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!" (Matth. 8. 8.)

Ein Hauptmann fleht zu Jesu Füßen
Für seinen Knecht, und Jesu Mund
Giebt ihm den Trost, den himmlisch süßen:
"Ich komm' und mache ihn gesund!"
"Nein!" ruf er da - "ein Wort nur sage,
Dann ist mein Knecht der Krankheit los!
Daß Dich Dein Fuß zu mir, Herr, trage,
Ich bin nicht werth ein Glück so groß!"

Und Jesus staunt ob solchem Worte,
Ob solchen Glaubens Kraft und Gluth:
"Zieh' hin zu Deines Hauses Pforte, -
Mit Deinem Knecht steht's wieder gut!
Denn wie Du glaubst, soll Dir geschehen!" -
Und in derselben Stunde schon
War frei der Knecht von allen Wehen, -
So groß ist frommen Glaubens Lohn!

O Herr, auch meine arme Seele
Ist matt und wund und krankt schon lang',
Ich bin's nicht werth, - weil stets ich fehle! -
Daß ich so hohen Gast empfang'!
Doch sprich ein Wort, - die Schuld wird schwinden,
Die Sünde weicht; ja, mach' gesund
Mein Herz, und laß es Gnade finden,
Thu' reich ihm Dein Erbarmen kund!

Ich glaube mit des Hauptmanns Glauben
So fest an Deine Macht und Huld,
Daß nichts mir soll die Hoffnung rauben,
Ob noch so schwer auch meine Schuld!
In tiefster Reu', in festem Hoffen,
In heißer Lieb' knie' ich vor Dir!
Sprich nur ein Wort, - dann steht mir offen
Der Himmel dort, - Dein Herz schon hier!

Cordula Peregrina (C. Wöhler)